Darmsanierung - gesunde Darmflora für die Verdauung

Darmsanierung ist ein Überbegriff für eine Auswahl an Maßnahmen, die ergriffen werden, um die Funktionen des Darmtrakts bei verschiedensten Störungen wieder zu verbessern bzw. wiederherzustellen.

Sehr viele Körperfunktionen – insbesondere solche des Immunsystems– sind eng an eine gute Funktion des Darmwandsystems und der Darmmikrobiota (Darmflora) gebunden. Basierend auf diesem Wissen und über 25-jähriger Erfahrung bei vielen Störungen ist es für mich ein ganz wichtiger Ansatz geworden, zuerst das Darmsystem in Richtung einer normalen Funktion zu lenken, um so andere Körperregionen und Beschwerden positiv zu beeinflussen. Leider gibt es heute durch verschiedenste Einflüsse (Ernährung, Antibiotika, Stress usw.) kaum noch Menschen mit einem richtig gut funktionierenden Darmsystem. Daraus erklärt sich auch die Zunahme von chronischen Erkrankungen, Allergien und Unverträglichkeiten. Aus diesen Gründen liegt ein wesentlicher Fokus meiner Therapie auf dem Gebiet der Sanierung der Darmfunktion.

Aufgaben des Darms

Aufgaben des Darms

Um die Aufgaben des Darms und die Zusammenhänge im Körper besser verständlich zu machen, sage ich gern: „Der Darm beginnt beim Mund und endet beim After.“

Dazu möchte ich Ihnen zuallererst eine Analogie aus der Natur als Gedankenanstoß geben. Alle Nährstoffe außer der Luft, die wir einatmen, müssen durch den Darm zu unserem Körper kommen. Ich sage bewusst zu unserem Körper und nicht in unseren Körper, denn der gesamte Darm ist bezogen auf unseren Körper Außenwelt! Vergleichen wir nun einmal diese Situation mit der eines Baumes, der ja Wurzeln hat, um Nährstoffe aufzunehmen. Unser Darm ist so gesehen eine durch den Körper hindurchgeführte Wurzel, die alles was positiv für uns ist, aufnehmen soll. Darüber hinaus soll sie über diesen Weg Dinge ausscheiden, die unser Körper nicht mehr braucht.

Das Darmrohr - Der Darm beginnt beim Mund und endet beim After

Wir sprechen heute mehr von einem ganzen Schleimhautorgan mit speziellen Sonderfunktionen in verschiedenen Abschnitten. Entstanden sind diese ganzen Abschnitte während der Entwicklung Ihres Körpers jedoch aus einem Rohr, eben dem Darmrohr. Daher hängen alle Bereiche funktionell zusammen, auch wenn die einzelnen Teile (Mundhöhle, Rachen, Speiseröhre, Magen usw.) unterschiedlich aussehen und verschieden geformt sind. Dieses Schleimhautorgan ist in seinen Funktionen sehr davon abhängig, ob alle Unterabschnitte richtig zusammenspielen.

Das hat weitreichende Konsequenzen, denn auch alle mit dem Darmrohr zusammenhängenden Organe wie Mundhöhle, Rachen, Nasennebenhöhlen, Kehlkopf und Bronchien sind vom Zustand und der normalen Funktion des Darms abhängig. Daraus folgert aber zugleich, dass all diese Strukturen vom Darm aus oder über den Darm therapierbar sind.

Organe in Abhängigkeit vom Darm

Natürlich haben alle oben genannten Körperteile und Regionen verschiedene Funktionen mit dafür speziell entwickelten Strukturen (Zähne, Zunge, Flimmerhärchen an den Nasenschleimhäuten usw.). Doch die gemeinsame Entwicklungsgeschichte hat großen Einfluss auf die Vernetzung dieser Organe. 

Die grundsätzlichen Aufgaben des Darmrohres lassen sich in folgende Bereiche aufteilen:

  • Nahrungsaufnahme (mechanische Zerkleinerung der Nahrung durch Zähne und Kaufunktion, Zerlegung der Nahrung in kleinste Bestandteile durch Speichel, Magensaft, Gallensaft, enzymreiches Sekret der Bauchspeicheldrüsen, Darmwandschleim, Darmwandzellen, Bakterienflora)
  • Ausscheidung (Unverdauliche Bestandteile, Stoffwechselprodukte der Zerlegung und des Körperstoffwechsels, durch Gärung und Fäulnis im Darm entstandene, meist stark belastende Substanzen verbleiben im Darminnenraum oder werden dorthin ausgeschieden und durch die Entleerungsfunktion des Darms, dem Stuhlgang, entsorgt.)
  • Immunfunktion (siehe Immunsystem stärken)
  • Produktion wichtiger Stoffe (Vitamine, Hormone, Botenstoffe)

Wertvolle Helfer im Darm: die Darmflora

Darmflora

Was ist die Darmflora?

Darmflora und Darmmikrobiota werden synonym für die Gesamtheit der den Darm besiedelnden Mikroorganismen benutzt. Da die auf/in uns lebenden Bakterien jedoch nicht zum Pflanzenreich (Flora) gehören, setzt sich immer mehr der wissenschaftlich korrektere Begriff „Mikrobiota“ für die Gesamtheit aller Mikroorganismen im/auf dem menschlichen Körper durch. Im Fall des Darms sprechen wir also besser von Darmmikrobiota bzw. intestinaler Mikrobiota als von Darmflora.

Die Mikrobiota stellt die Gesamtheit der Bakterien des Menschen in verschiedenen Organsystemen (Magen, Darm, Geschlechtsorgane, Haut) dar. Die Anzahl der Bakterien im menschlichen Organismus beträgt laut letzter Forschung das 10-Fache der Körperzellen, also in etwa 100 Billionen Zellen.
Diese vielen Bakterien sind in Familien und Stämme gegliedert, die Wissenschaft hierzu nennt sich Mikrobiologie. Neu hinzu kommt die genetische Forschung, der sogenannte genetische Fingerabdruck der Mikrobiota (Mikrobiom), der wie der klassische Fingerabdruck für jeden Menschen spezifisch und einzigartig ist.

Welche Aufgaben hat die Darmflora?

Immer mehr verdichten sich die Forschungserkenntnisse dahingehend, dass die Funktion einer gesunden Darmflora untrennbar mit der guten Funktion des Immunsystems verknüpft ist. Die Darmmikrobiota wird heute als der wichtigste Trainer des Immunsystems gesehen.

Die Mikrobiota des Darms (Darmflora) besteht aus vielen Milliarden Bakterien aus verschiedenen Stämmen (Diversität). Die Vielfalt der Stämme ist ein wichtiges Merkmal einer gesunden Darmflora und notwendig, um den vielfältigen Aufgaben gerecht zu werden. Nach Einnahme von Antibiotika kommt es meist zu einer massiven Verschiebung des Keimspektrums und noch wesentlicher zur Abnahme der Vielfalt. Dies beeinträchtigt viele Funktionen der Darmflora, weshalb eine Darmsanierung insbesondere nach Antibiotika in Betracht gezogen werden sollte. Einer der wesentlichsten Aspekte der Darmsanierung ist es immer, die Vielfalt der Darmflora wieder zu erhöhen und dadurch die Funktion zu verbessern.

Ein weiterer Faktor ist das Zusammenspiel von Darmwandzellen, Schleimschicht und Darmflora. Die intestinale Mikrobiota bildet mit ihrem Bakterienrasen den ersten Schutzwall des Immunsystems für den Körper. Der Schutz entsteht zum Teil mechanisch, zum Teil biochemisch und verhindert, dass mit der Nahrung aufgenommene Fremdbakterien oder Pilze und Parasiten tiefere Strukturen erreichen. Der zweite Schutzwall ist eine Schleimschicht, die von Drüsen in der Darmwand produziert wird. Diese Schleimschicht schützt und ernährt zugleich die Darmwandzellen, welche die dritte Verteidigungslinie darstellen. Diese Zellschicht reguliert die Aufnahme vieler Stoffe durch die Darmwand. Kann sie dieser Aufgabe nicht mehr nachkommen (z.B. durch eine veränderte Darmflora oder Schädigung der Schleimschicht), dann treten Stoffe durch die Darmwand hindurch in den Organismus und gelangen so an Stellen, an denen sie normalerweise nicht vorhanden sein sollten (Leaky-Gut-Syndrom). Dort lösen diese Substanzen dann Immunreaktionen wie Antikörperbildung, Histaminausschüttung oder Reaktionen gegen körpereigenes Gewebe aus. Die Folgen können Unverträglichkeitsreaktionen bis hin zu Allergien und Autoimmunreaktionen sein.

Natürliche Darmsanierung

Natürliche Darmsanierung

Eine Darmsanierung ist insgesamt eine längere und komplexe Angelegenheit, die Achtsamkeit, Entschlossenheit, Disziplin und Ausdauer erfordert.

Wie läuft eine natürliche Darmsanierung ab?

Wir empfehlen zunächst als wesentliche Faktoren

  • die Erfassung von Unverträglichkeiten,
  • die Gabe von individuell ausgetesteten Mitteln zur Sanierung der Darmflora (Darmmikrobiota) und
  • Stützung der Verdauungsorgane wie Magen, Gallenblase, Bauchspeicheldrüse und Leber.

Nach einer Einnahme über mindestens 6 bis 8 Wochen erfolgt eine Überprüfung und Aktualisierung der Therapie. Weiterhin sind empfehlenswert:

  • Erfassung von nicht förderlichen Ernährungsgewohnheiten
  • Umsetzung der aus den Ergebnissen folgenden Empfehlungen wie zeitweiser Verzicht auf als unverträglich erkannte Nahrungsmittel, Einnahme der verordneten individuell angepassten Heilmittel, Veränderung von Gewohnheiten durch einfache und sehr wirkungsvolle Empfehlungen
  • Idealerweise – und wenn keine Gegenanzeigen vorliegen – führen wir eine intensive Darmreinigung in Form einer Colon-Hydro-Therapie durch. Ihre Dauer liegt bei 3 bis 4 Wochen. Danach werden die Ergebnisse überprüft und die unterstützenden Maßnahmen bei Bedarf angepasst.
  • Als wesentliche weitere Unterstützung kann eine begleitete Fastenperiode eingesetzt werden.
  • Klärung, welche Maßnahmen dauerhaft umzusetzen sind und welche nach einiger Zeit und nach Verbesserung reduziert bzw. gestoppt werden können.

Was empfehlen wir in unserer Praxis?

Nach einer Grunduntersuchung schließen sich die folgenden Schritte an, die individuell und typspezifisch angepasst werden.

Gewohnheiten prüfen und anpassen

  • Essgeschwindigkeit: Da die allermeisten Menschen heutzutage viel zu schnell essen, ist hier eines der größten Potentiale zur Verbesserung des gesamten Bauch- und Darmraumes gegeben. Ich empfehle jedem Patienten folgende einfache Strategie: nach jedem Bissen die Gabel (den Löffel) weglegen. Dies reduziert die Geschwindigkeit, sorgt für eine bessere Einspeichelung der Nahrung und damit insgesamt für eine bessere Verdauung. Durch die geringere Geschwindigkeit beim Essen nehmen Sie besser wahr, wann Sie genug gegessen haben, d. h Sie essen weniger – vorausgesetzt Sie folgen Ihrer Wahrnehmung. Sie entlasten den gesamten Organismus und es entsteht z. B. weniger Müdigkeit nach dem Essen. Die Nahrung und ihre wertvollen Inhaltsstoffe werden besser aufgenommen, woraus eine bessere Versorgung des Organismus resultiert.
  • Flüssigkeitsaufnahme: Trinken Sie vor dem Essen oder frühestens 1 Stunde nachher! Der Hintergrund: Wenn Sie zum Essen größer Mengen trinken, verdünnen Sie Ihre Verdauungssäfte und verschlechtern die Leistung der Bauchorgane.
  • Abendmahlzeit: Es ist fraglich, ob unser Körper von der Natur darauf programmiert ist, am Abend und in der ersten Nachthälfte zu verdauen statt sich zu regenerieren. Ich empfehle daher, früh am Abend (spätestens ca. 17 – 18 Uhr) wenig und leicht zu essen. Wenn besondere Effekte wie eine Gewichtsabnahme gewünscht werden, hilft es sehr gut, an mehreren Tagen einer Woche die Abendmahlzeit ganz wegzulassen. Zusätzlich verbessert dies meist erheblich die Schlafqualität.

Ernährung je nach Verträglichkeit anpassen

  • Grundsätzlich ist es für unseren Organismus eine zusätzliche Belastung, sich eventuell mehrmals täglich mit Stoffen auseinandersetzen zu müssen, die ihm Probleme bereiten. Dies verschlechtert unsere Energiesituation, den Zustand der Schleimhäute und des Darmimmunsystems –oft mit weitreichenden Folgen.
  • Es schadet niemandem, als unverträglich oder belastend verdächtigte oder erkannte Nahrungsmittel für einige Wochen wegzulassen. Die positiven Effekte für Wohlbefinden, Verdauungsorgane, Energiehaushalt, Stimmung und Konzentrationsfähigkeit sowie Hautzustand können oft dramatisch sein und sind bei genauer Durchführung oft schon innerhalb weniger Tage spürbar.
  • Manchmal reguliert sich unser Immunsystem durch die veränderte Situation wieder ein und bestimmte Nahrungsstoffe werden dann nach einiger Zeit wieder vertragen. Dies muss aber nicht immer der Fall sein.
  • Sollte sich allein durch die Vermeidung keine Normalisierung ergeben, müssen manchmal langfristig bestimmte unverträgliche Nahrungsmittel weggelassen werden.

Unterstützung durch alternative Heilmethoden

Zusätzliche Möglichkeiten zur Unterstützung und möglichen Verbesserung bieten alternative Heilmethoden wie z.B. Bioresonanztherapie, Bemisantherapie und Eigenbluttherapie.

Zur Darmreinigung bzw. Darmspülung setzen wir im Rahmen einer Darmsanierung gern die Colon-Hydro-Therapie ein.

Auch individuell abgestimmtes, begleitetes Fasten kann eine sinnvolle Ergänzung sein.

Entgiftung und Entschlackung fördern

Darmreinigung und Darmsanierung bilden zusammen die intensivste Entgiftungsmaßnahme, die Sie positiv für Ihren Körper einsetzen können. Ganz besonders gilt dies, wenn im Rahmen der Darmsanierung eine Colon-Hydro-Therapie eingesetzt wird.

Ein wesentlicher Begleiteffekt einer Darmsanierung ist eine starke Leberentlastung. Wenn die Leber spürbar entlastet wird, äußert sich dies in der Regel durch Abnahme von Müdigkeit, tieferen Schlaf, bessere Stimmung, mehr Klarheit und einen Gewinn an Lebensfreude.

Eine weitere oft angewandte Methode zur Entlastung des Leber-und Gallensystems in Kombination mit unserer Colon-Hydro-Therapie ist die Leberreinigung nach Andreas Moritz.

Fasten nach verschiedenen Methoden (Lütznerfasten, F.X. Mayr u.a.) unterstützt ebenfalls sehr gut die Darmsanierung und wird von uns ausdrücklich unterstützt und begleitet.


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